Pflichtenheft, FAT und SAT sind die drei Stationen, an denen sich in jedem Automatisierungsprojekt entscheidet, ob Auftraggeber und Lieferant dasselbe meinen. Das Pflichtenheft legt fest, was gebaut wird. Die Werksabnahme (FAT) zeigt, dass es so gebaut wurde. Die Abnahme vor Ort (SAT) belegt, dass es in der Anlage so funktioniert. Dazwischen liegen E/A-Liste, Alarmliste, Kabelliste und am Ende das Übergabepaket.

In der Praxis entsteht diese Dokumentation zuletzt und ist veraltet, sobald jemand ein Netzwerk ändert. LADX Documents setzt genau dort an: siebzehn Vorlagen, die aus dem Projekt befüllt werden statt ein zweites Mal abgetippt. Wir zeigen, welche Dokumente ein Projekt wirklich braucht und wo Werkzeuge helfen und wo nicht.

Lastenheft und Pflichtenheft: wer schreibt was?

Die Arbeitsteilung ist in Deutschland seit Langem klar geregelt. Das Lastenheft beschreibt, was der Auftraggeber verlangt. Das Pflichtenheft beschreibt, wie der Auftragnehmer diese Anforderungen umsetzt. Die Richtlinie VDI 2519 Blatt 1 beschreibt das Vorgehen beim Erstellen beider Dokumente. Für Automatisierungssysteme gibt es mit der VDI/VDE 3694 eine eigene Richtlinie, die laut VDI derzeit überarbeitet wird, unter anderem mit Blick auf validierungspflichtige Anlagen. Als mögliches Erscheinungsdatum nennt der VDI April 2027.

In internationalen Projekten begegnen Ihnen dieselben Inhalte unter englischen Namen: Die User Requirement Specification entspricht weitgehend dem Lastenheft, die Functional Design Specification dem Pflichtenheft. Wichtig ist nicht der Name, sondern dass jede Anforderung im Pflichtenheft eine Antwort und im Testprotokoll einen Nachweis bekommt.

Ein Pflichtenheft für die Steuerung sollte mindestens Betriebsarten, Abläufe je Station, Fehlerreaktionen, Verriegelungen, Schnittstellen zu Nachbarmaschinen und Leitsystem, Bedienkonzept sowie Abnahmekriterien enthalten. Der häufigste Mangel ist nicht ein fehlendes Kapitel, sondern ein unpräzises: Sätze wie „die Maschine stoppt bei Störung“ lassen offen, welche Achse wie schnell und in welcher Reihenfolge anhält.

FAT und SAT: was die IEC 62381 vorsieht

Für Automatisierungssysteme in der Prozessindustrie beschreibt die IEC 62381:2024 Anforderungen und Checklisten für die Werksabnahme (FAT), den optionalen Werksintegrationstest (FIT), die Abnahme vor Ort (SAT) und den Integrationstest vor Ort (SIT). Ziel ist der Nachweis, dass das System der vereinbarten Spezifikation entspricht. Die Checklisten im Anhang sind ausdrücklich als Ausgangspunkt für projektspezifische Testpläne gedacht. Auch im Maschinenbau ist diese Struktur ein brauchbares Gerüst.

TestOrtZielTypische Nachweise
FATWerk des LieferantenFunktion gegen PflichtenheftTestprotokoll, Mängelliste
FIT (optional)Werk des LieferantenZusammenspiel mehrerer SystemeSchnittstellentests
SATAnlage des KundenFunktion unter realen BedingungenSignaltest, Abnahmeprotokoll
SITAnlage des KundenIntegration in Leitsystem und NachbaranlagenKommunikationstests

Factory Acceptance Testing

Siemens Knowledge Hub

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Siemens zeigt, wie Werksabnahmen für Automatisierungssysteme ablaufen (englisch).

Die siebzehn Dokumente in LADX Documents

LADX Documents enthält siebzehn Vorlagen mit fertigen Tabellen und Unterschriftsblöcken. Sie decken die Phasen ab, in denen ein Steuerungsprojekt Papier erzeugt:

GruppeDokumente
SpezifikationLastenheft (URS), Funktionsbeschreibung (FDS), Steuerungsbeschreibung, Softwareentwurf
RegisterE/A-Liste, Stückliste, Kabelliste, Alarmliste, Alarm- und Abschaltliste
SicherheitUrsache-Wirkungs-Matrix, Risikobewertung
TestFAT-Protokoll, Inbetriebnahme-Checkliste, SAT-Protokoll
ÜbergabeÜbergabeprotokoll, Betriebs- und Wartungshandbuch, Änderungsverwaltung
LADX Documents mit einer Liste von Projektvorlagen und einer geöffneten, teilweise befüllten Funktionsbeschreibung
LADX Documents: Vorlagen werden aus dem Projekt befüllt, Kunde, Standort und E/A-Liste stimmen von Anfang an (ladx.ai).

Warum aus dem Projekt statt aus einer Word-Vorlage

Der Unterschied zu einer Vorlage im Laufwerk liegt in der Herkunft der Inhalte. Die E/A-Liste kommt aus der Variablentabelle, die Steuerungsbeschreibung aus den Netzwerken und ihren Kommentaren, der Briefkopf aus Projekt und Kunde. Ändert sich etwas, erzeugen Sie das Dokument neu. In LADX Projects beantworten Sie dazu einmal zweiundzwanzig Fragen zur Auslegung, gegliedert in sieben Gruppen von Zielen und Umfang bis Abnahme und Terminen. Jedes Dokument wird aus diesen Antworten geschrieben, statt sie jedes Mal leicht anders zu wiederholen.

Ausgegeben wird in Word und PDF, also in Formaten, die auch Einkauf, Qualitätssicherung und Betreiber öffnen. Die Vorlagen lassen sich laut LADX auch ohne Konto herunterladen, mit eingesetzten Feldern oder mit Platzhaltern in eckigen Klammern. Der Planner legt aus denselben Lieferumfängen einen Terminplan an, in dem eine abhängige Aufgabe nicht vor ihrer Vorgängerin starten kann.

Was ein Werkzeug Ihnen nicht abnimmt

  • Erzeugte Dokumente sind ein Entwurf, der bei den Fakten stimmt, aber keine fertige Abgabe. Jemand muss sie lesen und freigeben.
  • Die Vorlagen folgen gängiger Praxis, nicht dem Hausstandard Ihres Kunden. Rechnen Sie damit, Abschnitte anzupassen.
  • Eine Änderungsverfolgung zwischen zwei Generierungen ist bei LADX geplant, aber noch nicht umgesetzt. Bis dahin gehört eine Revisionstabelle in jedes Dokument.
  • Die Vorlage zur Risikobewertung ersetzt nicht die Risikobeurteilung im CE-Verfahren. Was die Maschinenverordnung ab 2027 verlangt, lesen Sie im Beitrag Maschinenverordnung 2027.
Übersichtsschaltplan einer Unterverteilung mit Abgängen und Beschriftungstabelle
Stromlaufpläne, E/A-Liste und Software müssen zusammenpassen. Bei der Abnahme fällt jede Abweichung auf.

Ein Dokumentenplan für eine Sondermaschine

Für eine typische Sondermaschine mit einer S7-1500, rund zweihundert E/A und einem Bedienpanel hat sich folgende Reihenfolge bewährt:

  1. Lastenheft des Kunden prüfen und offene Punkte schriftlich klären.
  2. Pflichtenheft mit Betriebsarten, Fehlerreaktionen und Schnittstellen schreiben und vom Kunden freigeben lassen.
  3. E/A-Liste und Stromlaufplan abstimmen, bevor die Software beginnt.
  4. Software entwickeln und an einer Simulation testen. Testfälle direkt aus dem Pflichtenheft ableiten.
  5. FAT nach Protokoll durchführen, Mängel mit Frist dokumentieren.
  6. SAT mit Signaltest, Funktionsprüfung und Abnahmeprotokoll.
  7. Übergabe mit aktuellem Programmstand, Betriebs- und Wartungshandbuch und Änderungsverwaltung.

Wie Wartens dokumentiert

Jedes Arbeitspaket im Automatisierungs-Engineering endet bei uns mit Testdokumentation: Sie nehmen die Software remote ab und erhalten die Protokolle. Worauf Sie bei der Vergabe achten sollten, steht im Beitrag SPS-Programmierung extern vergeben. LADX ist das Produkt der Wartens-Gruppe für genau diese Arbeit rund um den Code.

Nächster Schritt: Laden Sie sich die Vorlagen für FAT- und SAT-Protokoll auf ladx.ai und vergleichen Sie sie mit Ihrem aktuellen Stand. Wenn Sie ein Projekt mit Dokumentation vergeben möchten, schreiben Sie uns über die Kontaktseite.