Lokale KI für die SPS-Programmierung ist die Antwort, wenn Programme, Zeichnungen und Kundendaten das Firmennetz nicht verlassen dürfen. Das Sprachmodell läuft dann auf dem eigenen Rechner, Anfragen gehen an keinen Cloud-Dienst. Dafür eignet sich ein allgemeines Werkzeug wie Ollama, das offene Modelle lokal ausführt. LADX gehört nicht dazu: Es ist ein reines Web-Werkzeug und kann kein lokales Modell nutzen.

Für viele Werke und Maschinenbauer ist das keine Komfortfrage. Wasserversorger, Pharmahersteller und Zulieferer mit strengen Kundenverträgen arbeiten in abgeschotteten OT-Netzen. Wir erklären, was die DSGVO dazu sagt, warum das Geschäftsgeheimnisgesetz oft der wichtigere Maßstab ist, wie der Offline-Betrieb mit einem lokalen Modell konkret aussieht und wo LADX sinnvoll eingesetzt werden kann.

Lokale KI und DSGVO: was das Recht tatsächlich verlangt

Ein SPS-Programm ist in aller Regel keine personenbezogene Information. Die DSGVO greift trotzdem schneller, als viele denken: Kommentare mit Namen von Kollegen, Bedienerkennungen, Schichtpläne, Störmeldeprotokolle oder E-Mails, die in einen Prompt kopiert werden. Nutzen Sie dafür einen Cloud-Dienst, ist das in der Regel eine Auftragsverarbeitung nach Art. 28, und bei Anbietern außerhalb der EU kommen die Regeln zur Übermittlung in Drittländer hinzu.

Die Datenschutzkonferenz von Bund und Ländern unterscheidet in ihrer Orientierungshilfe KI und Datenschutz vom Mai 2024 zwischen offenen und geschlossenen Systemen und kommt zu einem klaren Ergebnis:

Technisch geschlossene Systeme sind daher aus datenschutzrechtlicher Sicht vorzugswürdig.

Datenschutzkonferenz, Orientierungshilfe KI und Datenschutz (05/2024)

Für Steuerungscode zählt oft ein zweites Gesetz mehr. Nach § 2 Geschäftsgeheimnisgesetz ist eine Information nur dann als Geschäftsgeheimnis geschützt, wenn ihr Inhaber angemessene Geheimhaltungsmaßnahmen getroffen hat. Wer Kundenprogramme unkontrolliert in öffentliche Chatbots kopiert, schwächt diesen Schutz. Das BSI nennt in seiner Publikation Generative KI-Modelle als eigenes Risiko die fehlende Vertraulichkeit eingegebener Daten, einschließlich der Möglichkeit, dass der Betreiber auf Eingaben zugreift. Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung. Die Bewertung für Ihren Fall gehört zu Ihrem Datenschutzbeauftragten.

So arbeitet ein lokales Modell auf einem isolierten Rechner

  1. Ollama auf einem Bereitstellungsrechner installieren. Die Modellgewichte sind mehrere Gigabyte groß. Das gewünschte Modell laden Sie einmal herunter, auf einem Rechner mit Netzzugang, und übertragen es per Datenträger.
  2. Dateien prüfen. Wo Prüfsummen für Installer und Modelldateien veröffentlicht sind, vergleichen Sie diese vor der Freigabe und halten das Ergebnis fest.
  3. Über den freigegebenen Weg einspielen. Nutzen Sie das Verfahren Ihres Werks für Wechseldatenträger, wie bei einem Firmware-Update.
  4. Updates ausgeschaltet lassen. Neue Versionen laden Sie bewusst an anderer Stelle herunter und spielen sie über das Änderungsverfahren ein.
  5. Ablage festlegen. Prompts, Entwürfe und übernommene Ergebnisse gehören in einen Projektordner, den Sie sichern, versionieren oder an den Kunden übergeben können.

Beachten Sie, dass Ollama auch Modelle in einer eigenen Cloud anbieten kann. Auf einem isolierten Rechner sollten ausschließlich lokale Modelle konfiguriert sein.

Wo LADX passt und wo nicht

AspektLokales Modell auf isoliertem RechnerLADX (Web-Werkzeug)
KI-Anfragenbleiben auf dem Rechnergehen vom Server von ladx.ai an kostenlose Modelle über ein gemeinsames Konto oder an Ihren eigenen Schlüssel
Netzwerkkeines nach der Einrichtungerforderlich
Lokales Ollama-Modelljanein, der Server erreicht Ihren Rechner nicht
Geeignet fürvertrauliche Kundenprogrammeunkritische Entwürfe, Lernen und Prüfen auf einem vernetzten Rechner

LADX ist ausschließlich im Web verfügbar und kostenlos. Es gibt keine Desktop-Anwendung, keinen Installer und keinen Offline-Modus. „LADX Studio“ ist nur noch der Name des Arbeitsbereichs nach der Anmeldung unter ladx.ai/studio. Der Editor mit Simulator, die Konverter, der HMI-Builder und das Schaltschrank-CAD laufen ohne Konto im Browser, für den Chat brauchen Sie ein kostenloses Konto.

Ohne eigenen Schlüssel läuft der Chat auf kostenlosen Modellen über das gemeinsame OpenRouter-Konto von LADX, pro Konto begrenzt. Mit einem eigenen Schlüssel für OpenRouter, Anthropic, OpenAI oder einen OpenAI-kompatiblen Endpunkt nutzen Sie kostenpflichtige Modelle. LADX verkauft keine Daten und trainiert keine KI-Modelle damit, Anbieterschlüssel sind verschlüsselt (AES-256-GCM). Im kostenlosen Tarif darf aber das Unternehmen, das das kostenlose Modell betreibt, Eingaben und Antworten speichern. Vertrauliche Kundenprogramme gehören deshalb nicht in den kostenlosen Chat.

Erzeugtes KOP durchläuft den Validator des Editors und eine Selbsthaltungsprüfung, Strukturierter Text wird vom LADV-Compiler übersetzt. Probleme stehen neben der Antwort, und die automatische Korrektur schickt die Fehler bis zu dreimal an das Modell zurück. Code, der besteht, lässt sich mit einem Klick auf einer virtuellen Wartens-LADV-Steuerung im Browser ausführen (ladx.ai/vplc). Diese virtuellen Steuerungen sind nicht echtzeitfähig, nicht sicherheitsgerichtet und können keine Maschine steuern. LADX verbindet sich zudem nie mit einer realen Steuerung.

Sprachmodelle: Der neue Unternehmensboost? | Nachgefragt zu KI

Plattform Lernende Systeme

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Die Plattform Lernende Systeme ordnet ein, wie Unternehmen Sprachmodelle einsetzen können.

Welches Modell, welche Hardware?

Darauf gibt es keine pauschale Antwort, und wir nennen bewusst keine Zahlen. Größere Modelle brauchen mehr Arbeitsspeicher und eine leistungsfähige Grafikkarte, kleinere laufen auch auf einem gut ausgestatteten Notebook. Kleinere Modelle machen aber mehr Fehler, daher gehört jeder Entwurf in die Prüfung mit den Werkzeugen des Herstellers. Testen Sie zwei oder drei Modelle aus der Ollama-Bibliothek mit fünf typischen Aufgaben aus Ihrem Alltag, bevor Sie Hardware beschaffen.

Leitstand mit zahlreichen Bildschirmen und einem Bediener am Pult
In Leitständen und OT-Netzen ist die Verbindung ins Internet bewusst eingeschränkt. Dort muss auch KI ohne Cloud auskommen.

Was lokal nicht automatisch besser ist

Ein lokales Modell löst die Frage, wohin Daten fließen. Es löst nicht die Frage, ob das Ergebnis stimmt. Kleinere Modelle machen mehr Fehler als große Cloud-Modelle, und auch ein lokales Modell kann eine Selbsthaltung ohne wirksamen Stopp-Kontakt vorschlagen. Deshalb sind Übersetzung mit dem Compiler des Herstellers, Review und Test bei lokalen Modellen eher wichtiger als in der Cloud.

Dazu kommen organisatorische Punkte, die in der Praxis gern vergessen werden. Wer pflegt die Modellversionen? Wer entscheidet, welches Modell freigegeben ist? Wo werden Prompts und akzeptierte Ergebnisse protokolliert, damit sich später nachvollziehen lässt, wie ein Baustein entstanden ist? Klären Sie diese Fragen, bevor das Werkzeug in mehreren Abteilungen läuft.

Wo Wartens unterstützt

LADX ist das KI-Produkt der Wartens-Gruppe. In Deutschland liefern wir Automatisierungs-Engineering für Maschinenbauer und Betreiber: SPS-, HMI- und Sicherheitssoftware. Für Betriebe unter NIS2 erstellen wir außerdem OT-Asset-Inventare und Zonenkonzepte nach IEC 62443. Hintergründe dazu finden Sie in den Beiträgen NIS2 und OT-Sicherheit und IEC 62443 Zonen und Conduits. Ein lokales KI-Werkzeug fügt sich in ein solches Netzkonzept ein, ohne eine neue Verbindung nach außen zu öffnen.

Nächster Schritt: Richten Sie auf einem Testrechner ein lokales Modell ein und prüfen Sie Ihre fünf Standardaufgaben. Für unkritische Übungen und Prüfungen können Sie die Werkzeuge auf ladx.ai ausprobieren. Wenn Sie Unterstützung bei Engineering oder OT-Sicherheit brauchen, melden Sie sich über die Kontaktseite.