Lokale KI für die SPS-Programmierung ist die Antwort, wenn Programme, Zeichnungen und Kundendaten das Firmennetz nicht verlassen dürfen. Das Sprachmodell läuft dann auf dem eigenen Rechner, Anfragen gehen an keinen Cloud-Dienst. LADX Studio setzt genau das um: Die Desktop-Version für macOS ab 11 und Windows ab 10 nutzt ein lokales Ollama-Modell und braucht nach der Lizenzprüfung beim ersten Start kein Netzwerk mehr.
Für viele Werke und Maschinenbauer ist das keine Komfortfrage. Wasserversorger, Pharmahersteller und Zulieferer mit strengen Kundenverträgen arbeiten in abgeschotteten OT-Netzen. Wir erklären, was die DSGVO dazu sagt, warum das Geschäftsgeheimnisgesetz oft der wichtigere Maßstab ist und wie der Offline-Betrieb mit LADX Studio konkret aussieht.
Lokale KI und DSGVO: was das Recht tatsächlich verlangt
Ein SPS-Programm ist in aller Regel keine personenbezogene Information. Die DSGVO greift trotzdem schneller, als viele denken: Kommentare mit Namen von Kollegen, Bedienerkennungen, Schichtpläne, Störmeldeprotokolle oder E-Mails, die in einen Prompt kopiert werden. Nutzen Sie dafür einen Cloud-Dienst, ist das in der Regel eine Auftragsverarbeitung nach Art. 28, und bei Anbietern außerhalb der EU kommen die Regeln zur Übermittlung in Drittländer hinzu.
Die Datenschutzkonferenz von Bund und Ländern unterscheidet in ihrer Orientierungshilfe KI und Datenschutz vom Mai 2024 zwischen offenen und geschlossenen Systemen und kommt zu einem klaren Ergebnis:
Technisch geschlossene Systeme sind daher aus datenschutzrechtlicher Sicht vorzugswürdig.
Für Steuerungscode zählt oft ein zweites Gesetz mehr. Nach § 2 Geschäftsgeheimnisgesetz ist eine Information nur dann als Geschäftsgeheimnis geschützt, wenn ihr Inhaber angemessene Geheimhaltungsmaßnahmen getroffen hat. Wer Kundenprogramme unkontrolliert in öffentliche Chatbots kopiert, schwächt diesen Schutz. Das BSI nennt in seiner Publikation Generative KI-Modelle als eigenes Risiko die fehlende Vertraulichkeit eingegebener Daten, einschließlich der Möglichkeit, dass der Betreiber auf Eingaben zugreift. Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung. Die Bewertung für Ihren Fall gehört zu Ihrem Datenschutzbeauftragten.
So arbeitet LADX Studio offline
- Ollama installieren und starten. LADX liefert es nicht mit, weil die Modellgewichte mehrere Gigabyte groß sind und nicht von LADX weitergegeben werden dürfen. Das gewünschte Modell laden Sie einmal herunter, notfalls auf einem anderen Rechner und per Datenträger.
- LADX Studio installieren. Die Installer sind noch nicht codesigniert. macOS und Windows warnen deshalb beim ersten Start. LADX veröffentlicht SHA-256-Prüfsummen, mit denen Sie die Datei vor der Freigabe prüfen können.
- Lizenzschlüssel einmal eingeben. Diese Prüfung und die Update-Abfrage sind laut LADX die einzigen Netzwerkzugriffe. Die Update-Abfrage ist ab Werk ausgeschaltet.
- Projektordner festlegen. Jedes Projekt wird ein echtes Verzeichnis, das Sie sichern, versionieren oder an den Kunden übergeben können.
- Arbeiten. KOP-Editor, Simulator, Monitor, CAD, HMI/SCADA, Convert und Documents laufen lokal. Prompts, Programme und Zeichnungen bleiben auf dem Rechner.
Nicht alles ist schon auf dem Desktop: Planner, Kundenverwaltung und die Wissensdatenbank Knowledge gibt es derzeit nur in der Web-Version. Updates sind signiert, eine nicht signierte Version wird abgelehnt, bevor etwas geschrieben wird. Auf einem Rechner ohne Internetzugang lassen Sie die Abfrage aus und laden neue Versionen bewusst herunter.

Browser-Version oder LADX Studio?
| Aspekt | Browser-Version | LADX Studio |
|---|---|---|
| KI-Anfragen | an den Anbieter Ihres Schlüssels | lokales Ollama-Modell |
| Netzwerk | erforderlich für KI | nur Lizenzprüfung beim ersten Start |
| Speicherort | Browser bzw. Konto | Projektordner auf dem Rechner |
| Werkzeuge | alle zehn | Ladder, Monitor, CAD, HMI/SCADA, Convert, Documents |
Auch die Web-Version ist kein offenes System im Sinne eines öffentlichen Chatbots. Programme werden laut LADX verschlüsselt gespeichert, nie für Training genutzt, und KI-Anfragen gehen nur an den Anbieter, dessen Schlüssel Sie hinterlegt haben. Der Unterschied liegt darin, dass Sie diesem Anbieter vertrauen müssen. Mit Studio entfällt dieser Schritt.
Sprachmodelle: Der neue Unternehmensboost? | Nachgefragt zu KI
Plattform Lernende Systeme
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Auf YouTube ansehenWelches Modell, welche Hardware?
Darauf gibt es keine pauschale Antwort, und wir nennen bewusst keine Zahlen. Größere Modelle brauchen mehr Arbeitsspeicher und eine leistungsfähige Grafikkarte, kleinere laufen auch auf einem gut ausgestatteten Notebook. Für die SPS-Programmierung hilft ein Punkt: Weil LADX jeden Entwurf übersetzt, prüft und bei Fehlern mit den Compilermeldungen zurückgibt, kommen auch kleinere Modelle zu brauchbaren Ergebnissen. Testen Sie zwei oder drei Modelle aus der Ollama-Bibliothek mit fünf typischen Aufgaben aus Ihrem Alltag, bevor Sie Hardware beschaffen.

Was lokal nicht automatisch besser ist
Ein lokales Modell löst die Frage, wohin Daten fließen. Es löst nicht die Frage, ob das Ergebnis stimmt. Kleinere Modelle machen mehr Fehler als große Cloud-Modelle, und auch ein lokales Modell kann eine Selbsthaltung ohne wirksamen Stopp-Kontakt vorschlagen. Deshalb ist die Prüfschleife mit Compiler und statischer Analyse bei lokalen Modellen eher wichtiger als in der Cloud.
Dazu kommen organisatorische Punkte, die in der Praxis gern vergessen werden. Wer pflegt die Modellversionen? Wer entscheidet, welches Modell freigegeben ist? Wo werden Prompts und akzeptierte Ergebnisse protokolliert, damit sich später nachvollziehen lässt, wie ein Baustein entstanden ist? Für regulierte Umgebungen beschreibt LADX auf der Hilfeseite genau diesen Fall: lokales Modell, keine ausgehenden Verbindungen und eine Nachverfolgung jeder Eingabe und jedes übernommenen Ergebnisses. Klären Sie diese Fragen, bevor das Werkzeug in mehreren Abteilungen läuft.
Wo Wartens unterstützt
LADX ist das KI-Produkt der Wartens-Gruppe. In Deutschland liefern wir Automatisierungs-Engineering für Maschinenbauer und Betreiber: SPS-, HMI- und Sicherheitssoftware. Für Betriebe unter NIS2 erstellen wir außerdem OT-Asset-Inventare und Zonenkonzepte nach IEC 62443. Hintergründe dazu finden Sie in den Beiträgen NIS2 und OT-Sicherheit und IEC 62443 Zonen und Conduits. Ein lokales KI-Werkzeug fügt sich in ein solches Netzkonzept ein, ohne eine neue Verbindung nach außen zu öffnen.
Nächster Schritt: Laden Sie LADX Studio auf einem Testrechner und prüfen Sie Ihre fünf Standardaufgaben mit einem lokalen Modell. Wenn Sie Unterstützung bei Engineering oder OT-Sicherheit brauchen, melden Sie sich über die Kontaktseite.



