Eine gute SPS-Schulung in München erkennen Sie an drei Dingen: Die Teilnehmenden arbeiten an echter Steuerungshardware statt nur am Bildschirm, die Trainer nehmen selbst Anlagen in Betrieb, und die Inhalte passen zu den Steuerungen, die in Ihrem Werk laufen. Für die meisten Unternehmen in Bayern heißt das: Siemens S7-1200 und S7-1500 im TIA Portal, dazu Fehlersuche, Visualisierung und der Umgang mit Bestandsprogrammen.

Der Bedarf ist hoch. Laut MINT-Frühjahrsreport 2026 des IW Köln fehlten im März 2026 in den Energie- und Elektroberufen 48.900 Fachkräfte, mehr als in jeder anderen MINT-Berufsgruppe. Wer Steuerungswissen nicht am Arbeitsmarkt einkaufen kann, muss es im eigenen Team aufbauen. Weiterbildung ist dafür oft der schnellste und günstigste Weg.

SPS-Schulung München: was ein Kurs leisten muss

Ob Elektriker, Mechatroniker, Instandhalter oder Techniker: Am Ende des Kurses sollten Teilnehmende ein Programm online beobachten, eine Störung eingrenzen und kleine Änderungen sicher durchführen können. Dafür braucht es mehr als Folien. Diese Inhalte gehören in eine praxisnahe Grundlagenschulung:

  • Aufbau einer Steuerung: CPU, Ein- und Ausgänge, Peripherie, PROFINET.
  • Projekt im TIA Portal anlegen, Hardware konfigurieren, Programm laden und sichern.
  • Programmiersprachen nach IEC 61131-3, vor allem KOP, FUP und Grundlagen von SCL.
  • Zeiten, Zähler, Vergleicher, Bausteinaufrufe, Datenbausteine.
  • Fehlersuche: Diagnosepuffer, Beobachtungstabellen, Querverweise.
  • Visualisierung mit WinCC und Grundlagen von SCADA.
  • Arbeiten an einer simulierten Anlage, um Abläufe gefahrlos zu testen.

Für die Sprachenwahl hilft unser Beitrag IEC 61131-3 Programmiersprachen. Wer vor der Frage steht, ob das Team auch Beckhoff oder CODESYS lernen sollte, findet Orientierung im Beitrag TIA Portal vs TwinCAT vs CODESYS.

Echte Hardware oder nur Simulation?

Simulation ist ein wertvolles Werkzeug. Programme lassen sich an einer virtuellen Anlage testen, ohne dass etwas kaputtgeht. Werkzeuge wie Factory IO bilden Förderbänder, Sortierstationen oder Lager in 3D nach und lassen sich mit einer Steuerung verbinden. Aber wer nur simuliert, lernt nicht, wie sich ein loser Stecker, ein falsch parametrierter Eingang oder ein Busfehler anfühlt. Genau diese Probleme beschäftigen Instandhalter im Alltag.

Die beste Kombination aus unserer Sicht: echte Steuerungen auf dem Tisch, verbunden mit einer simulierten Anlage. So verdrahten, laden und diagnostizieren Teilnehmende wie an der Maschine, testen aber Abläufe an einem Modell, das Fehler verzeiht. Die Steuerungen sollten der aktuellen Generation entsprechen, also S7-1500 oder S7-1200, damit das Gelernte zu neuen Anlagen und zu laufenden Migrationen passt.

Pfarrkirche St. Stefan in Oberhaching mit Kirchturm vor blauem Himmel
Oberhaching im Süden von München: Hier liegt das edWartens-Schulungszentrum am Bajuwarenring 1.

Auswahlkriterien für Unternehmen

KriteriumWorauf achtenWarnsignal
Hardwareeigene Steuerung pro ein bis zwei Teilnehmendenur Vorführung durch den Trainer
TrainerPraxis in Inbetriebnahme und Servicereine Theoriedozenten
Gruppengrößeklein genug für individuelle Betreuung20 und mehr Personen
Inhaltepassend zu Ihren Anlagen und Steuerungenveraltete Systeme ohne Bezug zum Werk
NachweisZertifikat mit nachvollziehbaren Inhaltenreine Teilnahmebestätigung

Für Unternehmen mit mehreren Teilnehmenden lohnt oft eine Inhouse-Schulung. Dann lassen sich Beispiele aus den eigenen Anlagen einbauen, etwa ein Ausschnitt aus dem Programm einer Verpackungsmaschine oder typische Störungen aus dem Schichtbuch. Das macht den Transfer in den Alltag deutlich leichter.

Das Weiterbildungsstipendium - was ist das eigentlich genau?

IHK für München und Oberbayern

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Die IHK für München und Oberbayern erklärt in einem Webinar das Weiterbildungsstipendium für junge Fachkräfte.

Welche Zielgruppe braucht was?

Nicht jeder im Team braucht denselben Kurs. Ein Instandhalter im Schichtbetrieb muss Störungen schnell eingrenzen, Diagnosepuffer lesen, Signale beobachten und einen Baustein tauschen können. Ein Techniker in der Elektrokonstruktion braucht ein Verständnis für Hardwarekonfiguration, Adressierung und PROFINET, damit Pläne und Programm zusammenpassen. Ein Projektingenieur, der künftig selbst programmieren soll, muss Strukturierung, Bibliotheken, Schrittketten und SCL beherrschen.

Sprechen Sie diese Unterschiede vor der Anmeldung an. Gute Anbieter fragen nach den Vorkenntnissen und dem späteren Einsatz und schlagen danach das passende Modul vor. Für gemischte Gruppen hat sich ein gemeinsamer Grundlagenkurs bewährt, gefolgt von kurzen, gezielten Vertiefungen im Betrieb. So sprechen alle danach dieselbe Sprache, wenn es an der Anlage klemmt.

Ein Hinweis für Teams mit vielen Bestandsanlagen: Wer noch S7-300-Steuerungen betreut, sollte im Kurs ausdrücklich auch den Umgang mit migrierten Programmen üben. Was sich zwischen S7-300 und S7-1500 ändert, beschreiben wir im Beitrag S7-300 Migration auf S7-1500.

Und noch ein praktischer Punkt: Klären Sie vorab, ob Teilnehmende nach dem Kurs Zugang zu einer Lizenz des TIA Portals und zu einer Übungssteuerung im Betrieb haben. Ohne Übung verblasst das Gelernte innerhalb weniger Wochen. Eine ausrangierte Steuerung mit ein paar Tastern und Lampen auf einem Brett reicht dafür völlig aus.

Weiterbildung planen: Zeit, Kosten, Nachbereitung

Eine fünftägige Schulung bindet einen Mitarbeitenden eine Woche. Planen Sie sie deshalb außerhalb von Stillständen und Spitzenzeiten. Die Kosten tragen bei Beschäftigten meist die Arbeitgeber. Die Förderung beschäftigter Arbeitnehmer durch die Bundesagentur für Arbeit setzt nach § 82 SGB III unter anderem Maßnahmen mit mehr als 120 Stunden bei zugelassenen Trägern voraus, kurze Fachkurse fallen deshalb in der Regel nicht darunter. Für Fachkräfte, die einen Aufstiegsabschluss wie Techniker oder Meister anstreben, nennt die IHK für München und Oberbayern Programme wie das Aufstiegs-BAföG und das Weiterbildungsstipendium. Wichtiger als der Kurspreis ist die Nachbereitung: Geben Sie Teilnehmenden nach der Rückkehr eine konkrete Aufgabe an einer eigenen Anlage, etwa die Dokumentation eines Programmteils oder die Begleitung einer kleinen Änderung mit einem erfahrenen Kollegen.

Die Kurse von edWartens in Oberhaching

edWartens ist der Schulungsbereich der Wartens-Gruppe. Im Schulungszentrum am Bajuwarenring 1 in Oberhaching bei München finden SPS- und SCADA-Kurse auf Deutsch oder Englisch statt, für Unternehmen auch als Inhouse-Schulung. Laut edWartens Deutschland dauert das Professional-Modul fünf Präsenztage an Siemens S7-1200 und S7-1500 mit TIA Portal, WinCC und Factory IO, in Gruppen mit höchstens 15 Teilnehmenden und mit vorbereitenden Aufzeichnungen. Unterrichtet wird von Ingenieuren, die selbst Anlagen in Betrieb nehmen. Ein Aufbaumodul behandelt KI-Methoden in der Industrie wie vorausschauende Instandhaltung.

Termine, Preise und Anmeldung finden Sie auf edwartens.de. Die Kurse sind nicht über Bildungsgutschein förderfähig, die meisten Teilnehmenden werden vom Arbeitgeber entsandt. Mehr zum Angebot unter Schulungen und zum Standort auf unserer Seite Industrie 4.0 in Deutschland.

Nächster Schritt: Sagen Sie uns, wie viele Mitarbeitende Sie schulen möchten und mit welchen Steuerungen sie arbeiten. Wir schlagen ein passendes Format vor, offen in Oberhaching oder als Inhouse-Kurs. Kontakt.