Peak Shaving mit Batteriespeicher bedeutet: Ein Speicher hinter dem Netzanschluss liefert Energie, sobald der Leistungsbezug eines Betriebs eine festgelegte Grenze überschreiten würde. So bleibt die gemessene Höchstlast niedrig, und mit ihr der Leistungspreis im Netzentgelt. Für Betriebe mit registrierender Leistungsmessung kann das spürbar Kosten senken. Ob es sich rechnet, hängt vom Lastprofil, vom Netzentgelt des Verteilnetzbetreibers und von einer Steuerung ab, die zuverlässig arbeitet.
Warum eine Lastspitze so teuer ist
Nach § 17 StromNEV setzt sich das Netzentgelt für Kunden mit Leistungsmessung aus einem Jahresleistungspreis in Euro pro Kilowatt und einem Arbeitspreis zusammen. Das Jahresleistungsentgelt ergibt sich aus dem Leistungspreis multipliziert mit der Jahreshöchstleistung. Die Forschungsstelle für Energiewirtschaft FfE beschreibt, dass dafür der höchste 15-Minuten-Leistungsmittelwert im Abrechnungszeitraum maßgeblich ist.
Das heißt: Eine einzige Viertelstunde, in der zwei Öfen gleichzeitig hochheizen, ein Kompressor anläuft und die Lüftung auf Volllast steht, bestimmt den Leistungsanteil des Netzentgelts für das ganze Jahr. Wie hoch der Leistungspreis ist, unterscheidet sich je nach Netzbetreiber und Netzebene. Die Bundesnetzagentur weist darauf hin, dass Verteilnetzbetreiber ihre Preisblätter jeweils im Oktober des Vorjahres veröffentlichen.
Peak Shaving mit Batteriespeicher: so funktioniert die Regelung
Die Steuerung misst laufend den Bezug am Netzanschluss und rechnet hoch, wie sich der Mittelwert der aktuellen Viertelstunde entwickelt. Droht er die Grenze zu überschreiten, entlädt der Speicher. Ist die Last niedrig, lädt er nach. Die FfE beschreibt in ihrem Praxisbeispiel eine Regelung, die alle 30 Sekunden anhand der im laufenden 15-Minuten-Intervall bezogenen Energie nachsteuert.
| Parameter | Bedeutung | Praxistipp |
|---|---|---|
| Leistungsgrenze | Ziel-Höchstlast am Netzanschluss | aus Lastgang der letzten 12 Monate ableiten |
| Reserve | Ladezustand, der für Spitzen vorgehalten wird | nach Dauer typischer Spitzen bemessen |
| Nachladestrategie | wann und wie schnell geladen wird | Nachladen darf keine neue Spitze erzeugen |
| Rückfallverhalten | Reaktion bei Mess- oder Kommunikationsausfall | sicher abschalten und melden |
Die FfE nennt das zentrale Risiko klar: Wird die Grenze zu niedrig gewählt, reicht die Energie des Speichers bei einer langen Spitze nicht, und es entsteht trotzdem eine neue, höhere Spitze. Dann ist das Jahr verloren. Eine gute Steuerung kennt deshalb nicht nur die Leistungsgrenze, sondern plant den Ladezustand vorausschauend nach Schichtplan und Wochentag.

Für wen sich Peak Shaving lohnt
Am meisten profitieren Betriebe mit kurzen, hohen Lastspitzen und einer sonst gleichmäßigen Grundlast: Metallverarbeitung mit Induktionsöfen, Bäckereien, Kunststoffverarbeitung, Betriebe mit Schnellladern für Elektrofahrzeuge. Laut Battery Charts dienen Gewerbespeicher vor allem dem solaren Eigenverbrauch, der Lastspitzenkappung und der Schnellladung von Elektrofahrzeugen. Der Bestand an Gewerbespeichern lag zum 30. September 2026 bei rund 1,8 GWh.
- Gut geeignet: Spitzen von 15 bis 60 Minuten, deutlich über der Grundlast, an wenigen Tagen im Jahr.
- Schwierig: Lange Hochlastphasen über mehrere Stunden, weil der Speicher sehr groß werden müsste.
- Oft übersehen: Betriebe nahe an der Grenze ihrer Anschlussleistung können mit Peak Shaving eine teure Erweiterung des Netzanschlusses vermeiden.
Häufig lohnt sich die Kombination mehrerer Anwendungen. Ein Speicher, der tagsüber Photovoltaik-Überschüsse aufnimmt und gleichzeitig Lastspitzen kappt, wird besser ausgelastet. Die Steuerung muss dann allerdings Prioritäten setzen: Die Reserve für Spitzen hat Vorrang vor dem Eigenverbrauch, sonst ist der Speicher genau dann leer, wenn er gebraucht wird.
Die Steuerung im Betrieb
Im Alltag entscheidet die Qualität der Steuerung über den Erfolg. Sie braucht eine zuverlässige Messung am Netzanschluss, idealerweise mit denselben Werten, die der Messstellenbetreiber abrechnet, eine schnelle Verbindung zum Wechselrichter und eine Alarmierung, wenn der Ladezustand für die nächste Schicht nicht reicht. Ein Monatsbericht mit erreichter Höchstlast, Anzahl der Eingriffe und Ladezustand vor den Spitzen zeigt, ob die Leistungsgrenze richtig gewählt ist. Passen Sie die Grenze nach den ersten Monaten an, wenn die Reserve regelmäßig ungenutzt bleibt oder knapp wird.
Binden Sie dabei Produktion und Haustechnik ein. Oft lassen sich einzelne Verbraucher wie Kälteanlagen oder Ladesäulen kurzzeitig drosseln, was den Speicher entlastet.
Lastspitzenkappung | einfach erklärt von INTILION
INTILION
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Auf YouTube ansehenSonderregeln: atypische Netznutzung und Monatsleistungspreis
Die StromNEV kennt Sonderformen, die mit Peak Shaving zusammenwirken. Nach § 19 StromNEV können Betriebe mit vorhersehbar atypischer Netznutzung, deren Höchstlast erheblich von der Höchstlast des Netzes abweicht, ein individuelles Netzentgelt von mindestens 20 Prozent des veröffentlichten Entgelts erhalten. Für zeitlich begrenzt hohe Leistungsaufnahme gibt es Monatsleistungspreise. Ein Speicher kann helfen, Lasten aus den Hochlastzeitfenstern des Netzbetreibers zu verschieben. Das ist aber eine eigene Betriebsstrategie, die mit dem Netzbetreiber abgestimmt sein muss.
Die Details stehen auf der Verfahrensseite der Bundesnetzagentur zu AgNes. Für Speicher ist die Richtung interessant: Auch ein Kapazitätspreis belohnt einen Betrieb, der seine Spitzenlast zuverlässig begrenzen kann. Die Steuerung wird dabei eher wichtiger, weil Überschreitungen der bestellten Kapazität teurer werden sollen.

Fünf Schritte zum Projekt
- Lastgang der letzten zwölf Monate in Viertelstundenwerten beim Netzbetreiber oder Messstellenbetreiber anfordern.
- Spitzen analysieren: Wann, wie lange, wie hoch, welche Verbraucher verursachen sie?
- Erst organisatorische Maßnahmen prüfen, etwa Anlaufreihenfolge von Öfen und Kompressoren.
- Speichergröße und Leistungsgrenze simulieren, mit Szenarien für die Netzentgeltreform.
- Steuerung mit Messung, Regelung, Rückfallverhalten und Berichten spezifizieren und vor Inbetriebnahme gegen den Lastgang testen.
Wartens entwickelt Steuerungslogik, Datenintegration und Überwachung für Batteriespeicher, von gewerblichen Anlagen bis zu Großspeichern. Für große Parks lesen Sie unseren Beitrag zur Batteriespeicher Park-SCADA. Unser Angebot finden Sie unter Energiesysteme. Nächster Schritt: Schicken Sie uns Ihren Lastgang, wir zeigen, ob und mit welcher Leistungsgrenze Peak Shaving für Ihren Betrieb funktioniert. Kontakt.



